Das gepfefferte Ferkel

Lesebuch für SozialarbeiterInnen und andere KonstruktivistInnen

zusammengewürfelt von Theodor-Maria Bardmann, Heinz Jürgen Kersting und Hans-Christoph Vogel (September 1991)



Heute Nacht von vier Uhr an magisches Theater
- nur für Verrückte -
Eintritt kostet den Verstand, nicht für jedermann

(H. Hesse)



Ein gepfeffertes Ferkel

"Konstruktivismus" - Entwurf für einen Lexikoneintrag

Das hungrige Kind

Erkennen und Er-kennen: die beiden Sichten

Puenta la Reina

Die Kybernetik zweiter Ordnung und andere Geliebte

The five freedoms

Christoph und der Konstruktivismus - eine Wahlverwandtschaft

Im Stile eines japanischen Haikus

Geschichte, die der Konstruktivismus schrieb

Paradise lost ...

Das Einhorn (Tomeo)

Aus den zirkulären Dialogen von A (weiblich) und B (männlich)

Das Ende des Konstruierens

Interaktionen

Umwege - Auswege

Eine etwas freizügige Wanderung durch die Organisationslehre

Rationalistisches und Konstruktivistisches in Organisationen

Warum eine Ente?

Der Sinn in den Köpfen oder: Was hält eine Organisation zusammen?

Madonna Filipa

Das Einhorn (Rilke)

Soziologische Anmerkungen zu einem konstruktivistischen Denken

Draußen vor der Tür

Jacoba und die Sozialarbeit

Noch ´ne wahre Geschichte

Beratung und Supervision in konstruktivistischer Sicht

Die sanfte Kunst des Umdeutens

Abtötung

Anmerkungen zum Fragen

Entwurf für ein Merkblatt für Diagnosen

Sprachliche Endlösung

Aktenführung

Die Alte und der Furz als Entlastungszeuge

Über die Pilgerschaft, das Unterwegssein, das Ziel

Die Geschichte von der Entstehung des Lousberges bei Aachen

Die Feldmaus und die Stadtmaus

Parasiten - nichts als Parasiten!

Von allen lernen





Rene Magritte
La Condition Humaine, 1934
© VG Bild-Kunst, Bonn, 1990

Beipackzettel

Falls von Verlegern und Dozenten nicht anders verordnet, soll unser Lesebuch vor allen Dingen eins: Es soll Spaß machen. So wie es uns Spaß gemacht hat es zusammenzuwürfeln, so sollen die LeserInnen Spaß daran haben, es durchzublättern, hier und da inne zu halten, um sich die Bilder anzuschauen, um das eine oder das andere Gedicht zu lesen, um sich auf die eine oder die andere Geschichte einzulassen. Besonders würde es uns freuen, wenn es dem Lesebuch gelänge, zu einem lockeren Einstieg in konstruktivistische Sicht- und Denkweisen zu verführen.

Der Zugang zu konstruktivistischen Vorstellungen soll "kinderleicht" gemacht werden. Man behandele das Lesebuch deshalb auch ruhig wie ein Kinderbuch, das bekanntlich Kindern wie Erwachsenen gefallen kann. Man nehme es zur Hand, wenn man die Lust dazu verspürt, darin herumzuschnüffeln, man lese das eine oder das andere und lasse es dann ruhig erst einmal sickern, man lese hier oder da und betrachte das Gelesene - je nach dem - als Guten-Morgen-, Zwischendurch- oder Gute-Nacht-Geschichte.

Lesebücher enthalten oft große Weisheiten (neben etlichen Banalitäten). So ist es auch bei unserem Lesebuch. Es ist streckenweise so weise, daß letztlich nur die LeserInnen wissen, wie weise das ist, was sie da nach dem Lesen wissen.

Was geschrieben steht, steht schließlich geschrieben, weil die Autoren sich erdreisten, es zu schreiben, und weil sie immer mit dem listigen Hintergedanken schrieben, damit die Phantasie der LeserInnen anzuregen, sie zum Nachdenken über sich und ihr Nachdenken zu verführen.

Natürlich, unser Lesebuch ist auch eine Zumutung, denn es will hier und da verwirren, verunsichern, irritieren und immer wieder an den Gedanken gewöhnen, daß man schließlich weiß, daß man nichts weiß.

Unser Lesebuch versucht es den alten Lesebüchern, die bekanntlich die schönsten waren, gleichzutun, auch wenn es nicht, worüber Christoph trauert, in schönen Lettern gesetzt ist, sondern in Times Roman, Schriftgrad 12, per Laserdruck, auch wenn es nicht, worüber Heinz weinen könnte, in Schweinsleder gebunden ist. Aber all das stört Theo nicht, weil er einen Ralf-König-Comic unterbringen durfte, der fast so schön schweinigelig ist, wie die alten Grimmsmärchen.

Lesebücher sind nicht logisch aufgebaut, dennoch müssen sie nicht unlogisch sein: Wir haben neben den Gedichten, Geschichten, Bildern und Märchen, Texte zum mikrosozialen (Interaktion) mesosozialen (Organisation und Institution) und makrosozialem Bereich (Gesellschaft) hintereinander gestellt. Wir haben Texte zum klassischen und zum konstruktivistischen Erkenntnismodell gegenüber gestellt. Und wir haben schließlich Texte zum Fragen, Beraten, Interagieren und Intervenieren dazwischen geschoben, die sich mit der Anwendung konstruktivistischer Ideen in der praktischen Arbeit befassen.

Bei aller eingestandenen (Mit-)Täterschaft verweisen wir nachdrücklich darauf, daß für Sinn und Unsinn des hier Zusammengetragenen ausschließlich die LeserInnen selbst verantwortlich sind!

Die Autoren


©   IBS - Institut für Beratung und Supervision - Aachen