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Die Alte und der Furz als Entlastungszeuge

(Griechisches Volksmärchen)

Es war einmal ein Ehepaar. Der Ehemann wollte seine Frau in einer raffinierten Art und Weise umbringen, ohne daß die anderen es merkten. Er ging also jeden Abend nach Hause, schloß die Fenster und die Türen und schlug seine Frau blau.

Draußen erzählte er, daß er mit seiner Frau einträchtig lebte wie zwei Turteltauben. Seine arme Frau hielt das alles nicht aus und wollte sich scheiden lassen. Ihre Nachbarn nahm sie als Zeugen, und darunter befand sich auch eine alte Frau.

Der Richter fragte den ersten Zeugen, ob er gesehen hätte, daß der Mann seine Frau schlug.

"Nein", sagte der Zeuge, "ich habe Schreie gehört und die Schläge."

"Wenn du nichts gesehen hast, setz dich nieder."

Dem zweiten Zeugen ging es auch so. Weil er nichts gesehen hatte, sondern nur etwas gehört hatte. Allen Zeugen erging es so.

Als letzte wurde eine alte Frau vernommen, zu der der Richter auch sagte:"Setz dich nieder." Die Alte zog sich in eine Ecke zurück, und als der Richter dachte, er sollte die Frau verurteilen, weil sie keine Zeugen hatte, furzte die Alte. Der Richter sagte ganz erzürnt zu ihr, sie solle den Raum verlassen. Aber die Alte antwortete: "Setz dich nieder! Hast du den Furz gesehen?"

"Nein", sagte der Richter, "aber gehört".

"Dann gilt deine Aussage nicht", sagte die Alte, worauf der Richter der Frau recht gab.

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