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Der Sinn in den Köpfen

oder:
Was hält eine Organisation zusammen?

"Organisationen halten Leute beschäftigt, unterhalten sie bisweilen, vermitteln eine Vielfalt von Erfahrungen, halten sie von der Straße fern, liefern Vorwände für Geschichtenerzählungen und ermöglichen Sozialisation, sonst haben sie nichts anzubieten." (Weick 1985, 375)

Was hält eine Organisation zusammen?

Der "Sinne" gibt es viele. Was aber eine Organisation zusammenhält, muß ein gemeinsamer Sinn sein, eine Art "geistiges, sinnhaftes" Band.

Also der Sinn in den Köpfen "ist" die Organisation. Der Sinn macht/bewirkt folgendes:

Nun "weiß" unser Beobachter, was los ist. Er hat Anschluß an die Szene gefunden. Er ist eingebunden. Er könnte sonst auf die Idee kommen, die vier wollten einen fünften umbringen, und würde vielleicht ebenfalls zum Messer greifen ... Mancher Völkerkundler/Ethnologe endete auf diese Weise. Also: Alle in dieser Organisation wollen helfen, das ist der Sinn dieser Organisation. Andere "Sinne" werden dabei ausgeblendet. Z.B. wird ausgeblendet:

Nein, das geht nicht; das führt zur Unsicherheit, Unordnung, Chaos. Man muß sich auf einen Sinn verlassen können.

Nehme ich an, "Hilfe für andere" sei der Sinn, dann sind Organisationen mit diesem Sinn der Ort, wo ich diesen Sinn möglichst rational/zweckmäßig, "richtig", methodisch angemessen, also "zweckrational" (Max Weber) erreichen will. Das unterstelle ich daher auch prinzipiell den anderen Organisationsmitglieder: Sie wollen Hilfe auf möglichst patient-klient-mitgliedergerechte und wirtschaftliche Art erreichen. Das beißt sich zwar häufig, aber beide sind zweckrational notwendig in jedem "Sozialbetrieb".

Zur Ethnologie siehe: Devereux, 1988; Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen 1980; auf die Bedeutung des ethnomethodologischen Ansatzes für die systemische Familientherapie verweisen Simon/Stierlein, 1984: 87f. Devereux (1988, 17) kommt es darauf an, "daß die Analyse der Gegenübertragung, wissenschaftlich gesehen, mehr Daten über die Natur des Menschen einbringt". Er stellt demzufolge die These auf: "Nicht die Untersuchung des Objekts, sondern die des Beobachters eröffnet uns einen Zugang zum Wesen der Beobachtungssituation (20).

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