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Das hungrige Kind

Einmal, als in Rabbi Mendels Haus keine Brotschnitte war, kam sein Sohn weinend zu ihm gelaufen und klagte, sein Hunger sei so groß, daß er ihn nicht mehr ertragen könne. "So groß ist dein Hunger nicht", sagte der Vater, "denn sonst hätte ich etwas, um ihn dir zu stillen." Der Knabe schlich sich schweigend fort. Ehe er noch aber an der Tür war, sah der Rabbi eine kleine Münze, einen Dreier auf dem Tisch liegen. "Ich habe dir unrecht getan", rief er, "Du bist in Wahrheit sehr hungrig."

(Martin Buber, Erzählungen der Chassidim)

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