Salutogenese, Kohärenzgefühl und Widerstandsressourcen – Wasser auf die Müh(l)en der Sozialen Arbeit

Impulse und Bestätigungen aus der Gesundheits- und der Stressforschung

von Franz-Christian Schubert (Februar 2002)

1. Einleitung

In der Sozialen Arbeit gehören Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit traditioneller Weise zu wesentlichen und umfangreichen professionellen Handlungsfeldern. Der Zusammenhang von Armut, mangelnder Gesundheit und misslingender Lebensbewältigung war bereits zentrales Anliegen in der Arbeit der PionierInnen von Sozialer Arbeit (Ilse Arlt, Alice Salomon, Mary Richmond, Gordon Hamilton) wodurch historisch gewachsene Handlungsfelder methodisch fundiert und erweitert wurden und heute weiterhin oder erneut wesentliche Bedeutung in der Profession haben, z.B. öffentlicher Gesundheitsdienst an Gesundheitsämtern, Sozialdienst in Kliniken, Suchtkrankenhilfe, Rehabilitation, Behindertenarbeit, pädagogisch-therapeutische Arbeit in Einrichtungen öffentlicher oder privatrer Träger (Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatung) oder in den neuen Konzeptionen des Empowerment, der lebensweltorientierten oder gemeinwesenorientierten Sozialen Arbeit und des case-management.

Soziale Arbeit hat somit auf ihre Weise von Anfang an wesentliche Beiträge zur Gesundheitsversorgung der Menschen und - im Rahmen ihrer gesellschaftspolitischen Möglichkeiten – zur Schaffung von gesundheitsförderlichen sozialräumlichen Lebensbedingungen geleistet. Allerdings sind diese Beiträge nicht immer klar umrissen als Gesundheits- bzw. Krankheitsversorgung gefasst und benannt worden. Sie sind oftmals relativ unbestimmt in die komplexen Handlungs- und Aufgabenfelder der einzelnen Sozialarbeiter/innen einbezogen. Und noch häufiger wurden diese Leistungen als erfreuliches aber nicht notwendigerweise eigens erwähnenswertes "Beiwerk für den Menschen" im Rahmen einer dominanten Biomedizin aufgefasst und genutzt. Zugespitzt formuliert könnte man davon ausgehen, dass bis vor wenigen Jahrzehnten die umfassenden Leistungen der Sozialen Arbeit in der Gesundheitsversorgung bzw. Krankheitsbewältigung den hierarchisch führenden Heil-Berufsgruppen im Gesundheitswesen nur wenig bewusst waren, so wie sie auch im Rahmen ihrer Ausbildung kaum Erwähnung fanden und finden.

2. Zum Verständnis von Gesundheit und Krankheit

Gesundheit ist auch heute nicht eindeutig definierbar, sie ist als Konstrukt nur schwer fassbar und nur schwer beschreibbar. Bekannter Weise betrachtet das traditionelle biomedizinische Krankheitsmodell den Menschen im Wesentlichen nur als ein passives Objekt physikalischer Prozesse. Primär seien physikalisch und biochemisch erfassbare Defekte Ursache für Erkrankung. Dieses Verständnis hat in vielen Bereichen zu großen Medizinfortschritten geführt (Stoffwechselstörungen, Infektionskrankheiten u.a.). Eine auf diesem biomedizinischen Modell basierende Auffassung vernachlässigt allerdings den Einfluss wichtiger Lebensdimensionen auf Gesundheit und Erkrankung, wie z.B. individuelle Verhaltensweisen und Lebensstil, subjektives Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und Sinnfindung, soziale Einbettung und Unterstützung, soziale und ökonomische Lebenslagen, um nur einige zu nennen.

Heute besteht in den Sozialwissenschaften und in Bereichen der Medizin Einigkeit darüber, dass Gesundheit als ein mehrdimensionales Konzept aufgefasst werden muss: Neben körperlichem Wohlbefinden (zum Beispiel positives Körpergefühl, Fehlen von Beschwerden und von Krankheitsanzeichen) und psychischem Wohlbefinden (z.B. Freude, Glück, Lebenszufriedenheit), gehören auch Leistungsfähigkeit, Erfüllung von Rollenerwartungen, Selbstverwirklichung und Sinnfindung dazu. Weiterhin hängt Gesundheit ab vom Vorhandensein und der Wahrnehmung von und dem Umgang mit Belastungen, von Risiken und Gefährdungen durch die soziale und ökologische Umwelt sowie vom Vorhandensein von Ressourcen und von der Wahrnehmung, Erschließung, Inanspruchnahme und Pflege von Ressourcen in der sozialen und ökologischen Umwelt. Zur Vertiefung sei auf die Anstösse von Engel (1979) und auf die neueren Arbeiten von Bartsch und Meyer (1995), Bartsch und Bengel (1996), Schubert, (1999a, b), Sting und Zurhorst (2000) verwiesen.

Neuere Ergebnisse aus der sozialepidemiologischen Forschung, der psychosozialen und neuropsychologischen Gesundheitsforschung, der Stressforschung und der Life-Event-Forschung liefern ein erweitertes biopsychosoziales Krankheitsmodell, in dem sowohl somatische als auch psychosoziale Faktoren zu der Erklärung von Gesundheit und Erkrankungen zu Grunde gelegt werden (Literaturauswahl vgl. Absatz 6). Sie belegen, dass Gesundheit keineswegs nur abhängig ist von biochemisch erfassbaren und biomedizinisch behandelbaren Bedingungen, sondern wesentliche Bedingungen für Gesundheit und Krankheit sind demnach in spezifischen individuellen Lebensweisen und den subjektiven Einstellungen und Verarbeitungsweisen von Ereignissen zu finden. Ob spezielle Lebensbedingungen, wie kritische Lebensereignisse, akute oder chronische Alltagsbelastungen zu psychischen, psychosomatischen oder auch somatischen Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen oder abweichenden Verhaltensweisen führen, hängt wesentlich davon ab, wie solche belastenden Ereignisse subjektiv erlebt und verarbeitet werden und wie die soziale Integration und das individuelle soziale Beziehungs- und Unterstützungsnetz gestaltet sind. All das wiederum hängt ab von Sozialisation, Ausbildung und Lebenserfahrungen, sozialer Vernetzung und sozialen Lebenslagen, also von sozialwissenschaftlich fassbaren Faktoren und Bedingungskonstellationen die genuin den Denk- und Handlungskonzepten von Sozialer Arbeit zugänglich sind.

Wichtiger historischer Impuls für die Weiterführung damals bereits vorhandener Forschungsergebnisse und für die Weiterentwicklung zu dieser umfassenden wissenschaftlichen Auffassungen über Gesundheit und Krankheit war im Jahr 1978 die WHO-Konferenz von Alma Ata und vor allem das in der Ottawa-Charta der WHO von 1986 formulierte Programm zur Gesundheitsförderung. Gesundheit wird seitdem "offiziell" in einem sozial-ökologischen Verständnis gefasst. Gesundheit ist nicht nur das Ziel, sondern wird als Voraussetzung und als Mittel verstanden, wodurch Individuen befähigt werden, individuelles und gesellschaftliches Leben positiv zu gestalten. Gesundheit ermöglicht bzw. eröffnet wichtige Bereiche von Lebensqualität und Lebensqualität fördert Gesundheit. Gesundheit ist daher ein zentraler Gegenstand von Sozialer Arbeit.

Aus diesen Überlegungen heraus ist es wenig sinnvoll, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ausschliesslich durch das professionelle Gesundheitssystem zu verordnen. Angezielt und gefördert wird die aktive und selbst verantwortliche Beteiligung der Laien an der Herstellung gesundheitsfördernder Bedingungen im individuellen und gesellschaftlichen Lebenskontext bzw. in der Lebenswelt. In einer effektiven Weise soll das über den Dialog und die Interaktion zwischen Laien und Professionellen erfolgen. Mit dieser Zielsetzung im Denken und Handeln der Gesundheitsförderung besteht große Nähe zur Lebensweltorientierung und zum sozialökologischen Ansatz in der Sozialen Arbeit, der Lebensführung als ökologischen Abstimmungs- und Austauschprozess zwischen Individuum und Umwelt fasst (Person-Umwelt-Transaktionen) und zentrales Augenmerk auf eine ressourcenorientierte Arbeit, auf Wahrung und Mehrung von Ressourcen richtet (vgl. dazu Schubert, 1994, 1999 b). Darüber hinaus besteht bei diesem Gesundheitsverständnis eine enge Affinität zum Empowerment-Ansatz, der aus der amerikanischen Gemeindepsychologie hervorging (Rappaport, 1985, Stark, 1996). Empowerment zielt auf die Stärkung von Kompetenzen, Eigenverantwortlichkeit und Selbsthilfefähigkeit von Personen und Gruppen, um eine grössere Kontrolle über die Bedingungen des eigenen Lebens zu gewinnen und Krisen und Konflikte in einer persönlich förderlichen, d.h. entwicklungsfördernden Weise zu bewältigen. Somit beinhaltet Gesundheitsförderung auch politische und gesellschaftsverändernde Aufgaben und Ziele.

In den Mittelpunkt der neuen gesundheitswissenschaftlichen Denk- und Handlungsweise rückt der Mensch als aktiver Gestalter seines Lebens und seiner Umwelt: seine Art und Weise, wie er seinen Lebensentwurf und seinen konkreten Lebensalltag, seinen sozialen Nahraum, wie auch seine ideologisch-gesellschaftliche und kulturelle Umwelt und seine biologisch-physikalische Umwelt gestaltet und nutzt.

3. Das Salutogenesemodell nach Antonovsky

Als richtungsweisende Rahmenkonzeption für einen sozialwissenschaftlichen Ansatz in der Gesundheitswissenschaft erweist sich das Salutogenesemodell des amerikanisch-isrealischen Gesundheitswissenschaftlers Aaron Antonovsky (1979; 1987, deutsch: 1997; vergl. dazu auch die Expertise von Bengel u.a., 1998). Innerhalb kurzer Zeit haben seine Untersuchungen und vor allem sein Salutogenesemodell Aufmerksamkeit und Einfluss, auch euphorische Übernahme, im sozialwissenschaftlich orientierten, und teilweise auch im biomedizinisch orientierten Lager der Gesundheitsforschung und Gesundheitsberufe erfahren. Antonovsky widmete sich der Frage, warum Menschen gesund bleiben, trotzdem sie das Leben mit ständigen Belastungen konfrontiert. Nach seiner Auffassung ist Gesundheit kein stabiler Gleichgewichtszustand, sondern muss in der Auseinandersetzung mit Lebenseinflüssen kontinuierlich neu aufgebaut werden. Gesundheit und Krankheit sind nicht Zustände, die einander ausschließen, sondern sind die Extrempole auf einem "Gesundheits-Krankheits-Kontinuum". Reales Leben liegt zumeist dazwischen mit Zuständen von relativer Gesundheit und relativer Krankheit. Nicht Gleichgewicht, sondern permanentes Bemühen um Wiederherstellung von Systemordnung ist seiner Auffassung nach die Aufgabe von Lebensführung.

Generalisierte Widerstandsressourcen (GRR)

Nach den Untersuchungen von Antonovsky führen Belastungen nicht direkt zu Krankheit oder psychosozialer Problementwicklung, sondern entscheidend ist, wie diese Stressoren vom Individuum emotional-kognitiv und sozial-emotional verarbeitet werden. Die individuelle Verarbeitungsweise führt zu pathologischen, neutralen oder gesunden Folgen. Allerdings kann die Wirkung physikalischer oder biochemischer Belastungen so intensiv sein, dass sie unmittelbar auf den Gesundheitszustand "durchschlagen", wie z.B. bei Giften, markanten Verletzungen, bestimmten Krankheitserregern u.a. Hier ist die biomedizinische Herangehensweise angemessen. Im Unterschied zu diesen unmittelbar wirkenden Stressoren setzt der Erklärungsansatz des Salutogenesemodells primär bei der Wirkung und Bewältigung von psychosozialen Stressoren an, die in den modernen Industrienationen von hoher Bedeutung sind.

Die individuelle Art der Verarbeitung von Stressoren ist abhängig von den "generalisierten Widerstandsressourcen" (general resistance resources, GRR) und von dem "Kohärenzgefühl" (sense of coherence, SOC) des Individuums. Gesunde und psychisch stabile Menschen, die ihr Leben gut meistern, haben verschiedene Widerstandsressourcen, um mit belastenden Lebens- und Alltagserfahrungen produktiv umzugehen und nicht krank zu werden. Fehlen solche Ressourcen, sind biomedizinische oder psychosomatische Erkrankungen oder psychosoziale Problementwicklungen, unzureichende Lebensbewältigung und abweichendes Verhalten als Folge sehr wahrscheinlich.

Generalisierte Widerstandsressourcen sind Wirkfaktoren bzw. Ressourcen, die eine erfolgreiche Spannungsbewältigung unterstützen und damit einen Einfluss auf den Erhalt oder die Verbesserung von Gesundheit haben. Sie sind im Individuum, in seinem sozialen Nahraum, seiner Lebens- und Arbeitswelt und den jeweils dort angesiedelten zwischenmenschlicher Beziehungen, seinen materiellen Ressourcen und in den gesellschaftlich-kulturellen Strukturen und Bedingungen zu finden:

Generalisierte Widerstandsressourcen sind das Potenzial, das aktiviert werden kann, wenn es für die Bewältigung von belastenden Lebenszuständen erforderlich ist.

Kohärenzgefühl (SOC)

Bedeutsam ist nun für eine psychosoziale Arbeit, dass die generalisierten Widerstandsressourcen nicht per se wirksam werden, ihr Vorhandensein allein reicht nicht aus, sondern sie kommen erst über eine zentrale individuelle Kompetenz zur Wirkung, dem "Gefühl von Kohärenz", bzw. "Kohärenzgefühl" oder "Kohärenzsinn" (sense of coherence, SOC). Ressourcen können nach Antonovsky erst dann wirkungsvoll eingesetzt werden, wenn die Person über ein hohes Kohärenzgefühl verfügt, d.h. eine kohärente Lebenseinstellung entwickelt hat, bzw. daran arbeitet, sie zu entwickeln. Das Kohärenzgefühl ist die zentrale wie auch komplexe Einflussgrösse (Moderatorvariable) für Gesundheit und positive Lebensbewältigung und umgekehrt für eine unzureichende Entwicklung von Gesundheit. Das Kohärenzgefühl macht die Ressourcen erst "wirksam", bringt sie erst zur "nutzbringenden" Entfaltung und zu einem flexiblen und angemessenen Einsatz. Darüber hinaus muss eine Person auch die Bereitschaft zur Wahrnehmung, Nutzung und Pflege von Ressourcen haben, wie das sozialökologische Konzeptionen hervorheben.

Dieses Verständnis von Kohärenzgefühl als zentrale Moderatorvariable, als steuernde Funktion hat Bedeutung für ein Verständnis von ressourcenorientierter psychosozialer Arbeit. Es reicht nicht aus, Ressourcen nur zur Verfügung zu stellen oder Möglichkeiten zu deren Entwicklung zu schaffen. Menschen brauchen eine gewisse Ausprägung von Kohärenzgefühl um die Potenziale von Ressourcen "angemessen" wahrzunehmen, zu entwickeln und zu nutzen. Sie brauchen dazu Möglichkeiten zur Entwicklung kohärenter Lebenserfahrung und Lebenseinstellung. Hier liegen wesentliche Aufgaben und Handlungsfelder für eine moderne Konzeption von Gesundheitsförderung, von psychosozialer Beratung und Prävention auf dem Hintergrund eines komplexen Verständnisses von Sozialer Arbeit.

Das Kohärenzgefühl ist eine allgemeine emotional-kognitive und sozial-emotionale Grundeinstellung des Individuums gegenüber der Welt und dem eigenen Leben, die sich als mehr oder weniger ausgeprägte Zuversicht ausdrückt, dass "mein Leben in dieser Welt" sinnvoll, verstehbar und von mir auch handhabbar und beeinflussbar ist. Im Wesentlichen kommt das auf den individuellen Ebenen "Verstehen", "Handeln" und "Sinngebung" zum Ausdruck:

Keupp bringt in seiner Schriftensammlung zur psychosozialen Analyse und Praxis gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse eine eingängige Zusammenfassung: "Als Kohärenzsinn wird ein positives Bild der eigenen Handlungsfähigkeit verstanden, die von dem Gefühl der Bewältigbarkeit von externen und internen Lebensbedingungen, der Gewissheit der Selbststeuerungsfähigkeit und der Gestaltbarkeit der Lebensbedingungen getragen ist. Der Kohärenzsinn ist durch das Bestreben charakterisiert, den Lebensbedingungen einen subjektiven Sinn zu geben und sie mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen in Einklang bringen zu können" (Keupp, 1997, S. 45).

"Die Komponente Verstehbarkeit wird durch Erfahrungen von Konsistenz geformt. Da Reize und Erfahrungen nicht völlig willkürlich widersprüchlich und unvorhersehbar auftreten, können sie eingeordnet, zugeordnet und strukturiert werden.

Handhabbarkeit entsteht durch das Erleben von ausgewogener Belastung, d.h. die Person ist weder Über- noch Unterforderung ausgesetzt.

Sinnhaftigkeit wird durch die Erfahrung gefördert, auf die Gestaltung von Situationen Einfluß zu haben" (Bengel et al. 1998, S. 31).

Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist festzustellen, dass solche Fähigkeiten nicht unabhängig von spezifischen gesellschaftlichen Lebensbedingungen, von sozialen und materiellen Lebenslagen sind. Aufwachsen und Lebensführung im Rahmen günstiger Lebenslagen bietet eher die Möglichkeit, das Potenzial für ein starkes Kohärenzgefühl zu entwickeln, das Gesundheit und positive Lebensbewältigung ermöglicht, als es ein Leben unter belasteten und defizitären Lebenslagen zulässt.

Entwicklung von Köhärenzgefühl

Das Kohärenzgefühl entwickelt sich nach Antonovskys Auffassung vor allem im Laufe der Kindheit, der Jugend und des jungen Erwachsenenalters. Im Erwachsenenalter sei es im Wesentlichen abgeschlossen und kaum noch veränderbar. Diese eher pessimistische Auffassung gegenüber den Möglichkeiten im Erwachsenenalter trifft auf Skepsis oder Widerspruch bei den pädagogischen und therapeutischen Berufsgruppen. Hier ist sicherlich noch erheblicher Forschungsbedarf.

Ob sich ein starkes oder ein schwaches Kohärenzgefühl herausbildet, hängt vor allem von der Verfügbarkeit generalisierter Widerstandsressourcen und somit wesentlich von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und der familiären Sozialisation ab. "Sind generalisierte Widerstandsressourcen vorhanden, die wiederholt konsistente Erfahrungen ermöglichen und die Einflußmöglichkeiten sowie eine Balance von Über- und Unterforderung beinhalten, dann entsteht mit der Zeit ein starkes Kohärenzgefühl... Erfahrungen, die überwiegend durch Unvorhersehbarkeit, Unkontrollierbarkeit und Unsicherheit geprägt sind, führen zu einem schwachen Kohärenzgefühl. Das heißt jedoch nicht, dass ein Mensch nie Unsicherheit und Unvorhergesehenes erfahren darf, um einen hohen SOC zu erwerben. Für die Entwicklung eines starken Kohärenzgefühls ist ein ausgewogenes Verhältnis von Konsistenz und Überraschung, von lohnenden und frustrierenden Ereignissen erforderlich" (Bengel et al. 1998, S. 31).

Das Salutogenesemodell macht verständlich, dass die Verfügbarkeit von Ressourcen alleine noch nicht ausreicht für die Entwicklung und Erhaltung psychosozialer und somatischer Gesundheit und für die positive Bewältigung von Lebenslagen. Nach Antonovsky werden Ressourcen – und dazu zählen auch Bewältigungsstile - erst dann wirkungsvoll eingesetzt werden können, wenn die Person ein hohes Kohärenzgefühl besitzt, also eine kohärente Lebenseinstellung entwickelt hat bzw. daran arbeitet, sie zu entwickeln. Das Kohärenzgefühl ist demnach die zentrale wie auch komplexe Moderatorvariable für Gesundheit und gesunde, positive Lebensbewältigung bzw. umgekehrt für die unzureichende Entwicklung von Gesundheit und Lebensbewältigung. Darüber hinaus muss eine Person auch die Bereitschaft zur Wahrnehmung, Nutzung und Pflege von Ressourcen haben, wie das im Rahmen sozialökologischer Konzeptionen deutlich gemacht wird (vgl. Schubert, 1994, 1999a). Hier ist ein spezifisch fundiertes, vor allem gesundheitspädagogisches Verständnis von Sozialer Arbeit gefordert, wie sich das zum Beispiel in der sich entwickelnden Disziplin der Klinischen Sozialarbeit abzeichnet.

4. Stützung durch weitere Untersuchungen und Konzepte

Die Aussagen Antonovskys finden breite Unterstützung durch eine Vielzahl von einflussreichen Untersuchungen und Konzepten aus der sozialwissenschaftlichen Gesundheitsforschung und der sozialpsychologischen Stress- und Bewältigungsforschung. Insbesondere gehören dazu das von Lazarus und seiner Arbeitsgruppe entwickelte transaktionale Stress-Modell und das Konzept des Coping (seit 1966), das Konzept der gelernten Hilflosigkeit von Seligman (1979) und dessen Weiterentwicklungen im Rahmen der Attributionstheorie, die Forschungen zur Selbstwirksamkeitserwartung (self efficacy) von Bandura (1977,1982), das Konzept der gesundheitlichen Kontrollüberzeugungen von Wallston & Wallston (1978) (HLOC: health locus of control mit den Unterscheidungen nach internalen, externalen und fatalistischen Kontrollüberzeugungen), wie auch das der Widerstandsfähigkeit (hardiness) nach Kobasa (1979). Insbesondere die drei Komponenten der Widerstandsfähigkeit - Engagement (commitment), Kontrolle (control), Herausforderung (challenge) zeigen inhaltlich grosse Nähe zu den drei Komponenten des Salutogenesemodells.

Die Konzepte für sich betrachtet, erscheinen zunächst einmal uneinheitlich, jedoch sind sie von einer relativ ähnlichen Auffassung über Entstehung und Bewältigung von Belastungen (Stressoren) und Krankheit bzw. Gesundheit getragen. Alle diese Konzepte sind durch eine ausgeprägte Handlungsorientierung gekennzeichnet: Die subjektiven Einschätzungen im über die eigenen Handlungsmöglichkeiten beeinflussen gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und sind damit Puffer oder Mediatoren für die Entwicklung von Gesundheit bzw. Krankheit und für den Einfluss von Risikofaktoren. Gemeinsame Basis ist die Auffassung, dass Bewältigung von Lebensbelastungen und Entwicklung bzw. Erhaltung von Gesundheit von der Person kontinuierlich in der Auseinandersetzung mit seinem sozialen Umfeld entwickelt und erarbeitet werden muss. Entscheidende Bedeutung bekommen die subjektiven Erfahrungen und Überzeugungen in Bezug auf das belastende Ereignis (bzw. Situation) und die individuellen lebensgeschichtlich und erfahrungsmässig gewachsenen Überzeugungen über die eigenen Handlungsmöglichkeiten und Ressourcen. Diese Konstellation aus persönlichen narrativen Konstrukten (um dafür einen systemischen Sammelbegriff einzubringen) hat, nach Auffassung dieser Autoren, wesentlichen Einfluss darauf, ob ein Ereignis/Situation zu Erkrankung bzw. zu misslingender Problembewältigung und damit zu weiteren Belastungen der Lebensführung führen wird oder nicht.

Leonard A. Sagan (1992) hat sich umfassend mit dem internationalen Vergleich sozialepidemiologischer Studien befasst und kommt zu Ergebnissen, die im wesentlichen das Salutogenesemodell stützen. Faktoren der Lebensqualität spielen in den fortgeschrittenen Industrieländern demnach eine zentrale Rolle für Lebensbewältigung und Verbesserung von Gesundheit. Als zentrale Gesundheitsvariablen stellt das Gefühl der Erfüllung und Entfaltung im individuellen Leben sowie Freude und Kreativität heraus. Unter sozialwissenschaftlicher Perspektive kovariieren diese Lebensfaktoren mit spezifischen Lebensbedingungen und Lebenslagen, d.h. sie sind entscheidend abhängig von Bildungsstand, sozialem Status und vor allem vom sozialen Rückhalt im engeren sozialen Netz, insbesondere in Familie, Freundschaft und beruflicher Arbeitssituation. Erhebliche negative Auswirkungen auf Gesundheit haben nach seinen Ergebnissen hingegen Stress, eingeschränkte Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung und Resignation. Auch diese Faktoren sind nicht unabhängig, sondern kovariieren stark mit den genannten sozialen und ökonomische Bedingungen.

5. Überforderung und Demoralisierung

Von Bedeutung für die Handlungsfelder professioneller Sozialer Arbeit ist die Festellung Sagans, dass unter den Bedingungen von permanenten und nicht kontrollierbaren Belastungssituationen die Menschen eine geringere Resistenz nicht nur gegen psychische und psychosomatische Erkrankungen, sondern auch gegen Infektionserkrankungen und chronisch verlaufenden Allgemeinerkrankungen (z.B. Rheuma) haben. Hier muss der Bogen zu den Lebensbedingungen unter den Modernisierungsprozessen in den modernen Industriestaaten, der sog. Risikogesellschaft (Beck, 1968), hergestellt werden: zu den subjektiv häufig als nicht kontrollierbar erlebten Risiken und Belastungen, der Lockerung bis Unübersichtlichkeit von sozialen und kulturellen Bindungen und deren wertemässigen Widersprüchlichkeiten, die das Individuum im Rahmen seiner individuellen Lebensplanung zu bewältigen hat.

Für den deutschsprachigen Raum sind in diesem Zusammenhang Untersuchungen von Hurrelmann (1988) an Jugendlichen und jungen Erwachsenen interessant. Festgestellt wird in dieser Altersgruppe ein ansteigendes Erkrankungsrisiko und ein rückläufiges soziales, psychisches und körperliches Wohlbefinden, was auf die Auswirkungen der angesprochenen gesellschaftlich bedingten individualisierten Lebensweisen zurückgeführt wird. Sie bringen erhebliche Risiken und Belastungen für den Gesundungsprozess bzw. Erkrankungsverlauf des Einzelnen mit sich. Die darunter gefassten Bedingungen seien hier nur schlagwortartig genannt: Verlust an innerer und äusserer sozialer Geborgenheit, an Vorhersehbarkeit und Kontrollierbarkeit von Lebensabschnitten, Zwang zur räumlichen und sozialen Mobilität, zunehmendes Auseinanderklaffen der Schere von Ressourcengewinn und Ressourcenverlust.

Die angeführten Forschungsergebnisse machen deutlich: Gesundheit hängt nicht allein von medizinischen Fortschritten ab, sondern von gesellschaftlich-kulturellen und strukturellen Kontextbedingungen und ganz wesentlich von der individuellen kognitiv-emotionalen Verarbeitung dieser Bedingungen.

Wenden wir die Blickrichtung, so fällt unsere Aufmerksamkeit auf jene Lebensbedingungen und Lebenseinstellungen, unter denen diese Chancen auf gesundes und erfülltes Leben nicht gegeben sind. Die sozialepidemiologische Befundlage vermittelt ein Bild, das als "Demoralisierung" bezeichnet wird. Demoralisierung beinhaltet Einstellungen und Grundhaltungen, die durch ein geringes Selbstwertgefühl, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, unbestimmte Zukunftsängste und allgemein gedrückte Grundstimmung geprägt sind. Die betroffenen Menschen sehen keinen Sinn mehr darin, sich für oder gegen etwas einzusetzen. Sie lassen Ereignisse fatalistisch auf sich zukommen und über sich hereinstürzen, weil sie nicht mehr daran glauben, dass sie wirksam etwas gegen diese unternehmen könnten (vgl. Keupp, 1997, 42/43). Etwa ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung wird als demoralisiert eingeschätzt und etwa die Hälfte der Angehörigen der unteren sozialen Schichten; Frauen sind um 10 % mehr betroffen als Männer. Etwa die Hälfte des als demoralisiert eingestuften Bevölkerungsanteiles weist klinische Symptome auf (vgl. dazu Keupp, 1988, 1992).

Keupp (1997) stellt eine Konstellationen aus drei Komponenten vor, die zu passiven und fatalistischen Einstellungen und Reaktionen auf belastende Lebensereignisse führen:

Unter diesen Konstellationen geht "das Vertrauen in eine berechenbare Welt, für die man eine adäquate Sozialisation und Ausbildung erworben hat, ... verloren. In einer ängstlich-mißtrauischen Grundhaltung erwartet man eine feindlichen Welt, die dann auch genau so erfahren wird, als Welt, in der nichts Gutes erwartet werden kann, die ungerecht, ausbeuterisch, gewalttätig und zunehmend fremd erlebt wird und die eigene Lebenssouveränität unterminiert" (Keupp, 1997, 43).

In einer sich rasch wandelnden "postmodernen" Gesellschaft ist die über "Demoralisierung" gekennzeichnete Lebenseinstellung relativ unbrauchbar, um den Anforderungen, die Pluralisierung und Individualisierung von Lebensformen stellen, angemessen nachkommen zu können – womit die Grundbedingungen für einen Teufelskreis aus weiteren demoralisierenden Erfahrungen angelegt sind.

Gesellschaftliche Sozialisationsbedingungen, Lebenslagen und die über Erfahrung, Ausbildung und subjektive Schlussfolgerungen geprägten individuellen Einstellungen und Lebenshaltungen sind somit jene Bedingungen, die die individuellen Gesundheitspotentiale und Erkrankungsrisiken des Menschen substanziell determinieren.

6. Ressourcenverlust und Schereneffekt

Belastende Lebensbedingungen haben zudem erhebliche Auswirkungen auf Umgang, Nutzung und Wahrung von Ressourcen. Belastungen und Stressoren können dazu führen, dass das ökologische Zusammenwirken aus persönlicher Bewältigungskompetenz und aus Wahrnehmung, Nutzung, Gestaltung und Pflege von Ressourcen gestört oder gar blockiert ist. Unter solchen Bedingungen erscheinen Menschen weniger kompetent, ihr Leben zu meistern, ihre Kompetenzen werden vorübergehend oder chronisch beeinträchtigt. Dadurch entsteht eine mehr oder weniger andauernde bzw. tiefgreifende Bedrohung oder Unzugänglichkeit von Ressourcen. Ressourcenbedrohung, Ressourcenschädigung und insbesondere Ressourcenverlust machen den Menschen wiederum anfälliger für Nichtbewältigung von Lebensanforderungen und für psychische und physische Beeinträchtigungen. Daraus ergibt sich eine dramatische Belastungs- und Verlustspirale, wie wir sie z.B. bei Multiproblempersonen beobachten können. Stressoren und Belastungen führen zu Schädigungen in der Person-Umwelt-Abstimmung und damit zu einer Beeinträchtigung in Verfügbarkeit und Umgang mit Ressourcen. Das wiederum beeinträchtigt das weitere Bewältigungshandeln, was wiederum zu vermehrten Belastungen und Stressoren und damit zur weiteren Beeinträchtigung in Verfügbarkeit und Umgang mit Ressourcen führt usw. (Schubert, 1999b, S.153).

Hobfoll & Jackson (1991) haben unter solchen Bedingungen einen bedeutsamen Schereneffekt beobachtet. Menschen mit schlechtem Ressourcenzugang und geringem Ressourcenreservoire laufen Gefahr, sehr schnell weitere Ressourcen zu verlieren, wohingegen Menschen mit gutem Ressourcenzugang und Ressourcenreservoire relativ leicht eine Verbesserung von Ressourcen erzielen.

Überträgt man diese Beobachtungen auf das Salutogenesemodell, so ist davon auszugehen, dass dieser Schereneffekt auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Kohärenzgefühls hat. In einer vereinfachenden Darstellung wäre das in folgender Zirkularität zu verstehen: Ein relativ stabil entwickeltes Kohärenzgefühl ermöglicht die Aktivierung und Nutzung von generalisierten Widerstandsressourcen und führt damit zu einer weiteren Entwicklung und Stabilisierung des Kohärenzgefühls und zur Nutzung weiterer Ressourcen usw.. Hingegen führt ein wenig ausgeprägtes Kohärenzgefühl zu einer nicht angemessenen bzw. unzureichenden Nutzung und Entfaltung von generalisierten Widerstrandsressourcen, ermöglicht nur wenige oder keine weiteren Erfahrungen zur Ausgestaltung des Kohärenzgefühles, und prinzipiell mögliche Widerstandsressourcen bleiben letztlich weitgehend ungenutzt, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf kohärente Lebenserfahrungen und die weitere Ausgestaltung des Kohärenzgefühls usw.

7. Bedeutung für die Soziale Arbeit?

Der Praxistransfer der vorgestellten Forschungsergebnisse liefert Wasser auf die Mühlen der Sozialen Arbeit. Wenn wir Soziale Arbeit in ihren historischen Entwicklungslinien verfolgen, so war es in gewisser Hinsicht schon immer ihr Aufgabenfeld, individuelle und gesellschaftliche Bedingungen zu erkennen und zu fördern, die wir nun im Rahmen der Gesundheitsforschung wissenschaftlich spezifischer unter den vorgestellten Aspekten von Kohärenzgefühl und Widerstandsressourcen fassen können. In einer ersten und vorläufigen Formulierung kommt der Sozialen Arbeit unter den Aspekten dieser Forschungen die Aufgabe zu, Bedingungen zu fördern, die Kohärenzgefühl und generalisierte Widerstandsressourcen entwickeln und stabilisieren. Die Zielrichtung ist dabei auf das Individuum, seine kognitiv-emotionale wie auch somatische Ausstattung ausgerichtet, auf seinen sozialen und materiellen Lebenskontext, auf gesellschaftlich-kulturelle Strukturen und Bedingungen und auf die jeweils dort angesiedelten Ressourcen. Bedeutung erhalten die individuellen wie kollektiven Bedeutungsmuster (Konstrukte) und Ressourcen, die einer Situation zugeschrieben werden, deren Verstehbarkeit und Sinnhaftigkeit, sowie die Einschätzung ihrer Handhabbarkeit und die konkret ansetzbaren Bewältigungsstile (Copings) und die soziale Vernetzung und Unterstützung in der individuellen Lebenswelt. Damit befinden wir uns mitten in genuinen Aufgaben- und Handlungsbereichen einer modernen Sozialen Arbeit, die Förderung der psychosozialen Bedingungen für Gesundheitsentwicklung und Lebensbewältigungskompetenz als Tätigkeitsfeld ausweisen kann.

Eine weiterführende Darstellungen von Praxiskonzepten, die aus diesen Forschungen abgeleitet werden können, ist Aufgabe künftiger Arbeiten und Veröffentlichungen.

Unter sozialökologischer und lebensweltorientierter Perspektive habe ich ein erstes Metamodell in früheren Arbeiten vorgestellt (Schubert, 1999a, b).


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Der Autor:

Prof. Dr. Franz-Christian Schubert

  • Dr.phil.,
  • Diplom-Psychologe,
  • Professor für Psychosoziale Hygiene, Erziehungspsychologie und Psychotherapie am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach,
  • nebenamtl. praktizierender Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor (DGSv, BDB, DGSF) und Lehrtherapeut (DGSF),
  • Ausbildungen in Verhaltenstherapie, Familientherapie, Kognitiver Psychotherapie (RET) und Verfahren der Humanistischen Psychotherapie,
  • systemisch fundierte Lehr- und Praxisgebiete sind Ehe- und Familienpsychologie und -therapie, Beratung bei Partnerschafts-, Ehe- und Scheidungskonflikten, weiterhin Selbsterfahrungstrainings im Rahmen von Studien- und Ausbildungsgängen, Theorie-Praxisprojekte zur Arbeit mit Suchterkrankungen.
  • Ein weiteres Forschungs- und Praxisinteresse gilt der sozial-ökologisch und lebensweltorientierten Sozialarbeit und ihrer systemisch fundierte Weiterentwicklung sowie dem Transfer von Ergebnissen aus der psychologischen und psychosozialen Gesundheits- und Belastungsforschung auf Denk- und Handlungsmodelle für eine präventiv und ressourcen-orientierte Sozialarbeit bzw. einer beratenden oder begleitenden Arbeit zur Bewältigung von belastenden Lebensereignissen im Lebenswelt- (System-) Kontext.
  • Zahlreiche Veröffentlichungen, Kongressbeiträge und Workshops zu den genannten Arbeitsgebieten.

eMail: franz-christian.schubert@fh-niederrhein.de


Veröffentlichungsdatum: 18. Februar 2002


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