Nun quiekt das Ferkel schon drei Jahre lang

Editorial zur 18. Einstellung

von Heinz Kersting (Dezember 2004)

Liebe Leserinnen und Leser,

am 17. September 2001 um 0.00 Uhr erblickt ich, das "gepfefferte Ferkel" als Online-Journal für systemisches Denken und Handeln das Licht dieser virtuelle Welt. Jetzt quieke ich schon über drei Jahre lang. Das werde ich auch weiterhin tun, denn, wie sagte schon mein großer konstruktivistischer Urvater Miguel Cervantes so treffend: "Nur Geduld aus jedem kleinen Ferkel wird einmal eine kapitale Sau!"

Ich denke, ich bin auf dem besten Weg dazu.

Herausgegeben wird das Online-Journal vom Bauernhof Institut für Beratung und Supervision Aachen (IBS), es hat für mich einen recht komfortablen Ferkelstall gezimmert. Denn die Bauern vom IBS tragen die Kosten für die Produktion des Journals. Als Gegengabe für die Kostenübernahme erlaube ich dem IBS und dem Wissenschaftliche Verlag des IBS, dezent etwas Reklame an den Wänden meines Stalls für die anderen Produkte des Hofes machen. Doch ich bin ein wachsames Ferkel. Ich passe auf, dass das Reklamemachen nicht Überhand nimmt.

Ich danke dem Institut für Beratung und Supervison Aachen im Namen der SchweinehirtInnen, sie nennen sich vornehm natürlich "RedakteurInnen" (aber wir sind ja unter uns), für diese komfortable Behausung, in der ich mich sehr wohl fühle.

Die "RedakteurInnen" sorgen dafür, dass mein Stall immer mal wieder ausgemistet wird und altes Stroh ins Archiv wandert, wo es weiterhin als geistiger Dünger für die systemischen Felder dienen kann. Meine SchweinehirtInnen sind: Prof. Dr. Sabine Krönchen, Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, Lehrende Supervisorin (SG), Prof. Dr. Heiko Kleve, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin, Systemischer Berater (DGSF), Klaus Beckmann, Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Organisationsberater, Koblenz, Albert Verleysdonk, Dipl.-Betriebswirt, Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach (Webmaster des Ferkels) und Prof. Dr. Heinz J. Kersting, wissenschaftlicher Direktor des IBS, Aachen, Lehrender Supervisor (SG) (Schriftleiter des Ferkels). Ganz passable Leute!

Am 1. Januar 2005 bekomme ich einen neuen Schweinehirt dazu. Als neuer "Redakteur" wird dann für mich sorgen: Andreas Hampe-Grosser, Sozialarbeiter im Allgemeinen Sozialpädagogischen Dienst Berlin, Dipl.-Soz.Arb. / Soz.Päd., Familientherapeut / systemischer Berater (DGSF), Supervisor (SG), Lehrbeauftragter an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin.

Ich bedanke mich ganz besonders bei den vielen Autorinnen und Autoren, die mich bis jetzt ausgiebig mit herrlichem Ferkelfutter gefüttert haben, so dass ich wachsen und gedeihen kann.

In den letzten drei Jahren sind mehr als 160 Futter-Beiträge in Form von Artikeln und Gedichten erschienen, die alle im Archiv des Journals aufrufbar sind. Der Umfang des bisher Veröffentlichtem entspricht ungefähr 12 prallgefüllten Büchern des Wissenschaftlichen Verlags des IBS im Papierformat. Klasse Futter, schmatz, schmatz.

Ich danke auch den Mitgliedern des Beirats, die meine SchweinehirtInnen in den letzten Jahren gut beraten haben und selbst zum Futter eifrig beigetragen haben. Ganz tolle Leute, sehr gescheit, hochberühmt, einfach prima: Prof. Dr. Hannes Brandau, Graz (A); Dr. Ulrike Brandenburg, Aachen; Andrea Ebbecke-Nohlen, Heidelberg; Prof. Dr. Peter Fuchs, Brandenburg; Prof. Britta Haye, Berlin; Prof. Dr. Jesús Hernández Aristu, Pamplona (E); Prof. Dr. Dagmar Hosemann, Darmstadt; Prof. Dr. Wilfried Hosemann, Bamberg; Brigitte Kemper-Bürger, Bonn; Tom Levold, Köln; Dr. Kurt Ludewig, Münster; Georg Nebel, Würselen; Heidi Neumann-Wirsig, Mannheim; Kurt Pelzer, Düren; Prof. Dr. Albert Scherr, Freiburg; Hans Schindler, Bremen; PD. Dr. Arist von Schlippe, Osnabrück; Prof. Dr. Franz-Christian Schubert, Mönchengladbach und Prof. Dr. Hans-Christoph Vogel, Solingen.

Im Dezember 2004 sind noch zwei Beiräte hinzugekommen:
Dr. Bernd Schmid, Leiter des Instituts für Systemische Beratung in Wiesloch und Prof. Dr. Klaus Schneider, Studiengangsleiter des universitären Masterstudiengangs an der Evangelischen Fachhochschule, der Hochschule für Soziale Arbeit, Diakonie und Religionspädagogik Freiburg – Protestant University of Applied Sciences. Das sind auch ganz tolle Leute.

Zusätzlich zu dem Artikelfutter und den gedichteten Mahlzeiten gibt es auch Futter aus der systemischen Welt, auf das ich immer ganz neugierig bin und Buchbesprechungen. Ich habe gar nicht so viel Zeit all die Seiten zu verschlingen, die da angepriesen werden. Jährlich kriege ich auch einen umfangreichen Kalender mit Hinweisen, wo ich und alle, die mich in meinem Stall besuchen (das sind bis jetzt schon an die 58.000), Orte finden, wo sie noch mehr Futter finden und sich systemisch-orientiert fort-, weiter- und ausbilden können, um stattliche systemische Säue, Eber und SchweinehirtInnen zu werden.

Für folgende tolle Leute haben meine SchweinehirtInnen und andere Leute ganz feine Geburtstagsleckereien hergestellt: für Heinz von Foerster zum 90. Geburtstag, für Britta Haye, Christoph Vogel und Jesús Hernández Aristu jeweils zum 60. Geburtstag. So alt werden die Menschen. Ob Ferkel auch so alt werden?

Meine SchweinehirtInnen haben sich zum Ziel gesetzt, wenigstens viermal im Jahr in meinem Stall etwas Neues anzustellen, "einstellen" nennen sie das. Das finde ich spitze. Vielleicht passiert das ja auch noch öfters. Denn bisher sind wegen der Fülle der Futter-Einsendungen in den letzten Jahren insgesamt 18 Ausgaben des Ferkel-Journals erschienen.

Der Zugang zu meinen Stall ist übrigens kostenlos. Ich nehme keinen Eintritt. Es bedarf nicht mal keines Zugangscodes.

Meine SchweinehirtInnen und ich laden Euch ein, uns (weiterhin) gutes Futter in der Form von Artikeln, Buchbesprechungen, systemischen Neuigkeiten, Kunstwerken (Gedichten, Bildern etc.), Methoden für den Werkzeugkasten und außerdem systemische Weiterbildungsangebote für das Jahr 2005 zu senden. Meine HirtInnen prüfen das Futter sorgfältig, damit es mir gut bekommt. Alles Passende wollen sie mir ins Futter geben. Selbstverständlich auch ganz besondere Kost, "Kontroverses" nennen es meine SchweinehirtInnen, ganz im Sinne von ihrem Oberschweinhirt Heinz von Foerster: "Vermehre die Möglichkeiten, nicht Reduktion ist angesagt sondern Komplexität!" Das gilt auch für mein Futter!! Ja wohl!

Wenn Ihr in Zukunft beim Erscheinen einer neuen Einstellung (ein komisches Wort für Fütterung haben diese Leute) des Online-Journals benachrichtigt werden wollt, teilt es dem Schweinhirt und Futtermeister bitte persönlich mit. Er schickt Euch dann eine Email. Er und die anderen SchweinehirtInnen versprechen Euch – bei ihrer Berufsehre als SchweinehirtInnen, FuttermeisterInnen und BäuerInnen, – dass sie Eure Email zu keinerlei kommerziellem Zweck verwenden werden.

Ich grüße Euch ganz herzlich – auch im Namen meiner SchweinehirtInnen und den Bäuerinnen und Bauern und all den anderen Leuten vom Bauernhof das Institut für Beratung und Supervision ganz herzlich.

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und tolles Weihnachtsfutter (vielleicht gibt es ja zum Christfest sogar Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen, Spekulatius, hm, hm, schmatz, schmatz).

Euer gepfeffertes Ferkel.

Übrigens viel gutes Futter auch im neuen Jahr, bis dann denn ...


Veröffentlichungsdatum: 12. Dezember 2004


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