Heinz von Foerster

Special (November 2001)


zum 90. Geburtstag


Heinz von Foerster, der ent-fachte Beobachter

Heinz J. Kersting

Heinz von Foerster ist ein glänzender Wissenschaftler, der wie kaum ein anderer in der Lage ist, neues, oft frappierendes Wissen zu erschaffen, er ist darüber hinaus auch ein begnadeter Geschichtenerzähler. Eine der wunderbaren Geschichten, die er immer wieder erzählt, ist die Geschichte, wie er auf den Begriff der cybernetics of cybernetics gekommen ist, mit dem er die früheren Bezeichnungen: zirkularkausale Systeme, zirkularkausale Feedbackmechanismen und Kybernetik zweiter Ordnung abgelöst und semantisch auf den selbstreferentiellen Punkt gebracht hat.

"Vor vielen, vielen Jahren, so um 1962 herum, organisierte ich einmal eine Konferenz. Es handelte sich um die erste Konferenz der Kybernetischen Gesellschaft. Unter den vielen Leuten, die wir eingeladen hatten, befand sich auch die Anthropologin Margret Mead. Sie hielt auf der Konferenz einen Vortrag über das Verhalten von Kybernetikern in der Kybernetischen Gesellschaft. Klar, worüber sollte eine anthropologische Soziologen auch sonst reden. Es war ein wunderbarer Vortrag.

Ich hatte als Veranstalter nach der Konferenz die Aufgabe, alle Vorträge zu sammeln und herauszugeben. Die braven Leute haben mir ihre Papiere geschickt, einzig und allein die Margret Mead hat nichts geschickt. Die war längst wieder in Papua, um eine neue Sprache zu lernen. Gott sei Dank hatten wir eine Tonbandaufnahme von ihrem Vortrag. Ich habe daraus einen Text fabriziert und selbst die Korrekturen gelesen. Diesen Aufsatz habe ich dann an Margret Mead geschickt. Danach habe ich nichts mehr von ihr gehört. Schließlich habe ich ihr ein Telegramm geschickt und gefragt: 'Liebe Margret, wie willst du deinen Vortrag titulieren?' Ich habe nie eine Antwort bekommen. Also habe ich mir gedacht, Heinz, jetzt mußt du selbst einen Titel erfinden. Nun, sie redet kybernetisch über Kybernetik. O. k. cybernetics of cybernetics das ist ein lustiger Titel.

Später habe ich dann darüber nachgedacht, was das eigentlich bedeutet. Ich bin darauf gekommen, dass in dem Titel eine Selbstreferenz aufgetaucht ist und sich eine interessante logische Selbstrelation ergeben hat. Ich habe mich gefragt, ob es noch andere Begriffe gibt, die sich auf sich selbst anwenden lassen, und habe festgestellt, dass es eine Menge solcher Begriffe gibt" (von Foerster 1991a).

Es ist kaum möglich, in einem kurzen Artikel das wissenschaftliche Lebenswerk des Heinz von Foerster angemessen zu würdigen. Darum wäre es wahrscheinlich sinnvoller, ihn sich auch weiterhin in selbsterzählten Geschichten präsentieren zu lassen, und soweit es der Platz erlaubt, werde ich solche Geschichten aus dem schier unerschöpflichen Repertoire dieses ungewöhnlichen, auch im hohen Alter noch quicklebendigen Menschen auswählen.

Im Folgenden will ich eine kurze Biographie des Heinz von Foerster anbieten, in die hinein ich die - nach meiner Meinung - zentralen Themen seines vielseitigen Denkens eintragen und kurz erläutern möchte. Ich werde auch einige charateristische Veröffentlichungen erwähnen und kurz kommentieren. Wer sich ausführlicher mit Heinz von Foerster beschäftigen will, den verweise ich auf die umfangreichen Bibliographien, die sich im Anschluß an folgende Bücher finden: von Foerster 1985: 223-227; 1993: 385-396. Das Biological Computer Laboratory der University of Illinois hat alle früheren Arbeiten von Heinz von Foerster und die seiner MitarbeiterInnen auf Microfiche zugänglich gemacht (Wilson 1976).

Heinz von Foerster wurde an einem Freitag, dazu an einem 13. im November 1911 in eine lebensfrohe Wiener Familie hineingeboren. Sein ganzes Leben und sein Werk könnten dazu beitragen, den in Deutschland weit verbreiteten merkwürdigen Aberglauben vom Freitag, dem 13. als Unglückstag in einen neuen, positiveren Kontext zu stellen. "Einen Glückstag" nennt Heinz von Foerster in einem Gespräch mit Carol Wilder seinen Geburtstag (Segal 1988: 225). Die Familie war ein echtes Wiener Gemisch aus Österreichern, Slawen und Juden. Zu seinen Vorfahren gehörten Künstler, Handwerker, Bauern, Architekten und Juristen. Sein Urgroßvater war Architekt und schuf als Stadtplaner das heute noch sichtbare städtebauliche Konzept Wiens, indem er die alten Befestigungsanlagen in die repräsentativen Ringstraßen verwandelte und in einem weiteren Zirkelschlag noch einen zweiten Ring, den sog. Gürtel anlegte. Der Urenkel wird später die Festungswerke der aristotelischen Logik schleifen und die "Zirkularität zum Standpunkt" machen (vgl. Bardmann 1994). Seine Großmutter war eine der ersten Suffragetten und gründete die erste europäische Zeitschrift, die sich die Frauenbefreiung zum Ziel setzte.Einer seiner Onkel war Ludwig Wittgenstein. Heinz von Foerster erzählt gerne als Beispiel für eine konstruierte Wirklichkeit, über Familienlegenden und die Welt im allgemeinen folgende Geschichte:

"Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, durfte ich von Zeit zu Zeit einen Onkel besuchen, der sich ein herrliches Haus entworfen hatte. Es gab immer exellente Schokolade - in jener Zeit des ersten Weltkrieges ein denkwürdiges Ereignis. Einmal fragte er mich, was ich denn werden wolle, wenn ich erwachsen sei. Ich sagte 'Naturforscher.' (Das bedeutete für mich eine romantische Mischung aus Fritjof Nansen und Marie Curie.) 'Aha', meinte Onkel Ludwig, 'dann mußt du ja eine ganze Menge wissen.' 'Ja', sagte ich, 'ich weiß eine Menge'. Er hätte mich übers Knie legen können, aber statt dessen sagte er: 'Vielleicht weißt du wirklich eine Menge, aber du weißt nicht, wie recht du hast.' Erst jetzt fast siebzig Jahre später und nachdem ich meine eigenen Kinder und Enkelkinder beobachtet habe, ist mir klar, wie recht er hatte. Als ich einundzwanzig war und an der Universität studierte, stieß ich zufällig auf ein Buch, das mich (und die zeitgenössische Philosophie) tief und nachhaltig beeinflußt hat. Es war der Tractatus logico-philosophicus von Ludwig Wittgenstein. Da wurde mir klar, daß mein Onkel und der Autor ein und dieselbe Person waren" (Segal 1988: 226 f.).

Seine Familie war ein Spiegelbild der spannenden Welt voller neuer Ideen, Aufbrüche, Theorien, Philosophien, Kunstrichtungen, psychologischer, politischer und sozialer Bewegungen, die Wien vor dem ersten Weltkrieg darstellte. Theodor Herzl begründete in Wien den Zionismus, Sigmund Freud die Psychoanalyse, Alfred Adler führte in die Psychoanalyse die im technischen Zeitalter in Vergessenheit geratene finale Kausalität ein und berief sich auf die 'Philosophie des Als Ob', die Hans Vaihinger im Geburtsjahr des Heinz von Foerster veröffentlichte (vgl. Watzlawick 1988: 70), beides Themen, die Heinz von Foerster im Laufe seines Lebens aufgreifen wird (vgl. Segal 1988: 91f.). Die Künstlerbewegung der Sezession und des Jugendstils eroberten Wien, entwickelten neue Sichtweisen und veränderten das Bild der Stadt. Die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele, die Architekten Otto Wagner und Adolf Loos und die "Wiener Werkstätte" brachten neue Elemente hervor, die bis heute nachwirken. Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg beschritten neue Wege in der Musik. Am Volkstheater wurden die Theaterstücke von Arthur Schnitzler aufgeführt, im Geburtsjahr von Heinz von Foerster wird Robert Musil, der in seinem Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" viele Themen dichterisch vorwegnimmt, die Heinz von Foerster nach dem 2. Weltkrieg behandeln wird, Bibliothekar an der Technischen Hochschule. Karl Kraus betätigt sich in jenen Jahren als kritischer Beobachter des Zeitalters. An der Universität lehren Professoren, die das mechanistische Weltbild revolutionieren. Ernst Mach stellte die Newtonsche Physik mit seiner Kritik an der Unterscheidung von Raum und Zeit massiv infrage und wurde so zum Vorläufer von Albert Einstein. Ludwig Boltzmann interpretierte den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik neu. Seine Interpretation fordert noch heute zur Auseinandersetzung heraus. Die Liste der Namen, die das geistige Leben dieser Stadt prägten, ließe sich noch verlängern. Die angegebenen Personen sollen für die immensen Veränderungen einer bis dahin recht gemächlichen und wohlgeordneten Welt stehen, die sich seit der Jahrhundertwende im Umbruch befand (vgl. Vienna 1900, 1993).

Wie Albert Einstein ist Heinz von Foerster auf dem humanistischen Gymnasium ein miserabler Schüler. Schifahren, Bergsteigen, Spielen in einer Jazzcombo und das Ausdenken immer neuer Zauberkünste zusammen mit seinem Vetter (vgl. von Foerster 1993a: 7 ff.) reizten ihn mehr als Latein und Griechisch. Es gelang den Lehrern offensichtlich nicht Heinz von Foerster zu einem gut funktionierenden Zahnrädchen in der "großen staatlichen Trivialisierungsmaschine" zu machen, wie er die Schule einmal nennen wird (von Foerster 1988: 26). Nur in Mathematik und Physik wusste er die Antworten stets, bevor die Lehrer ihn fragten. Nach der Matura studiert er darum diese Fächer. Später wird er einmal feststellen, er habe instinktiv gewusst, "daß Mathematik und Logik für die Struktur der Beschreibungen und Physik für das, was man die Beziehung zwischen den Dingen, die man beobachten will, nennt, die Grundvoraussetzungen" (Segal 1988: 228) sind.

An der Hochschule beeindruckt ihn vor allem der 'Wiener Kreis', dem so bedeutende Wissenschaftsphilosophen wie Ludwig Wittgenstein, Moritz Schlick und Rudolf Carnap angehören. Er lernt den Unterschied zwischen der Welt, wie sie ist, und ihrer Repräsentation in Sprache kennen. Schon hier begegnet er dem Thema, das ihn ein Leben lang beschäftigen wird: die Beziehung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten.

1938 marschiert Hitler in Wien ein. Wie viele andere muss Heinz von Foerster Österreich verlassen, zumal ein Teil seiner Vorfahren aus dem Judentum stammt. Es erstaunt allerdings, dass er sich im Unterschied zu den meisten Emigranten als Ort für sein Untertauchen Berlin, die 'Höhle des Löwen' aussucht. Auf eine solche Idee kann wohl nur ein Heinz von Foerster kommen. "Dort kannte uns niemand. Bei einigen kurzen Aufenthalten war ich immer von den Menschen dort beeindruckt gewesen, weil sie auch die schlimmsten Situationen mit ihrem Galgenhumor bewältigten. Es gab keine Situation in dieser rauhen und bald auch verzweifelten Welt, für die sie nicht einen Witz parat hatten," erzählt er später Carol Wilder (Segal 1988: 228). Er fand eine Stelle in einem Forschungslabor, das sich mit Grundlagenforschungen beschäftigte. Die Wissenschaftler verstanden es, die Ziele ihrer Forschungen von Kriegsjahr zu Kriegsjahr immer weiter hinauszuschieben, so dass eventuelle Ergebnisse auf gar keinen Fall mehr kriegsrelevant werden konnten.

1945 kehrte Heinz von Foerster mit seiner Familie nach Wien zurück. Er wird Programmdirektor für Wissenschaft und Kunst beim ersten Rundfunksender der Nachkriegszeit (vgl. von Foerster 1993a: 51 ff.). Bereits hier beginnt das, was Heinz von Foerster später einmal doppel-sinnig von sich in einem Gespräch mit Theodor M. Bardmann (vgl. von Foerster 1997) sagen wird: "Ich habe mich stets bemüht, mich zu ent-facht."

1948 ermutigen ihn die beiden Psychiater Viktor Frankl und Otto Plötz zu einer Arbeit: 'Das Gedächtnis. Eine quantenmechanische Untersuchung', die sein altes Thema wieder aufnimmt: den Beobachter. Dieses Thema wird ihn von da an nicht mehr loslassen. Bereits in dieser Arbeit geht Heinz von Foerster neue Wege. Während andere Wissenschaftler noch die Rechenprozesse des Gehirns mit Theorien neuronaler Netze und Zellaggregate zu erklären suchen, erkennt Heinz von Foerster bereits damals, " daß die Wurzel aller Kommunikation, aller Regelung und allen Rechnens in biologischen Systemen in den Eigenschaften und Verhaltensweisen großer Moleküle zu finden sind" (Scott 1993: 10).

1949 bleibt er bei einem Besuch von Freunden in den Vereinigten Staaten hängen. "Ich kam zum Abendessen - und blieb fürs Leben" (von Foerster, zitiert bei Köck 1985: X). Er trifft Warren McCulloch, der ihn in die University of Illinois in Urbana einführt, wo er Direktor des Electron Research Laboratory im Department of Electrical Engineering wird. McCulloch, Neuropsychiater, Physiker, Philosoph und Dichter nimmt ihn mit zu einer Fachtagung, die durch die Macy jr. Foundation finanziert wird, über 'Zirkularkausale und Feedbackmechanismen in biologischen und sozialen Systemen'.

Die Foundation war gegründet worden, nachdem ein Mitglied der Familie Macy scheinbar unheilbar an einer Lähnung erkrankte und nur eine interdisziplinär besetzte Konferenz von Wissenschaftlern zur Heilung dieses Familienmitgliedes beitragen konnte. Daraufhin beschloss die Familie, interdisziplinäre Konferenzen zu unterschiedlichen Fragestellungen zu sponsern. Die Mitglieder der Gruppe, zu der Warren McCulloch Heinz von Foerster mitnahm, hatten sich schon fünfmal getroffen. Ihr gehörten neben McCulloch unter anderem so illustre Geister an wie Gregory Bateson, Julian Bigelow, Heinrich Klüver, Margaret Mead, Filmer Northrop, John von Neumann und Norbert Wiener, der "Vater der Kybernetik".

Alle kamen aus unterschiedlichen Wissenschaften mit je eigenen Methoden und Traditionen, wie der Psychiatrie, dem Maschinenbau, der Physiologie, der Anthropologie, der Informationstheorie, der Neurophysiologie, der Zoologie, der Psychologie, der Soziologie, der Philosophie, der Mathematik, der Biophysik, der Elektronik und der Anatomie. Diesen Wissenschaftlern/innen blieb nichts anderes übrig, wollten sie sich in diesem Kreis verständlich machen, als sich ein Stück weit zu ent-fachen. Ich stelle mir vor, wie sich Heinz von Foerster in dieser Runde sofort zu hause gefühlt hat. Möglicherweise erinnerten ihn diese Sitzungen an das Leben in seiner Familie und an die Wiener Welt vor dem Anschluss 1938.

Heinz von Foerster wird der Sekretär der folgenden Sitzungen und bekommt, 'um Englisch im Schnellverfahren zu lernen', die Redaktion der Konferenzberichte übertragen. Erschrocken über den umständlichen Titel der Konferenzen schlägt er vor, die Tagungen in Zukunft 'Kybernetik: kreiskausal geschlossene und rückgekoppelte Mechanismen' zu nennen. Die Mitglieder finden die Idee gut, Norbert Wiener ist gerührt, denn im selben Jahr war sein Buch 'Kybernetik' erschienen. Eine neue Wissenschaft war geboren.

Es sind zwei Merkmale, die Heinz von Foerster bereits zu dieser Zeit kennzeichnen, einmal seine Ansicht, dass alle verschiedenen Systeme wie Hirne, Zellen, Makromoleküle als rechnende Systeme beschrieben werden können, zum anderen, dass sie kreiskausale und rückgekoppelte, eben als kybernetisches Systeme beschrieben werden können.

Sieben Jahre arbeitet er an der Universität. Dann folgt ein Sabbatjahr als Guggenheim-Fellow, in dem er mit Warren McCulloch, der inzwischen am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) lehrt und mit Arturo Rosenblueth, der in Mexico City lehrt, sich wieder daran macht, "die Neurophysiologie jenes rätselhaften 'Beobachters' genauer zu studieren" (von Foerster, zitiert bei Köck 1985: X). 1957 kehrt er nach Urbana zurück und gründet das Biological Computer Laboratory (BCL). "Dort erforschten wir die Gesetze des Rechnens in lebenden Organismen. Probleme der Kognition, der Selbstreperatur und Selbstorganisation führten uns von Untersuchungen der Struktur geordneter Zellaggregate zur Analyse symbolischer Repräsentationen. Dabei habe ich gelernt, daß wir das einzelne Element nicht verstehen können, wenn wir es nicht als Teil eines großartigen Ganzen sehen. Wenn ich daher etwas über den 'Beobachter', also den Menschen wissen wollte, mußte ich ihn als Teil eines Ganzen sehen, und das bedeutete als Teil der Menschheitsfamilie" (von Foerster, zitiert bei Köck 1985: X).

In der zwanzigjährigen Tätigkeit als Direktor dieses inzwischen legendären BCL der University of Illinois kann er alle seine Fähigkeiten als Wissenschaftler, Forscher, Techniker, Zauberer, Wiener Weltmann, der dazu vertraut ist mit den Künsten, nutzen, um als spiritus rector Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fächern miteinander ins Gespräch zu bringen und ins gemeinsame Forschen und Lernen zu verwickeln. In seinem Team arbeitet die wissenschaftliche und künstlerische Avantgarde seiner Zeit mit. Wenigstens einige Namen will ich nennen: W. Ross Ashby, der konsequent die Kybernetik zu einer abstrakten Wissenschaft ausbaut, Gotthard Günther und Lars Löfgren, die die Logik über ihre abendländischen, als unverrückbar geltenden Grenzen hinaustreiben, Gordon Pask, mit dem Heinz von Foerster ab 1960 die Wechselbeziehungen zwischen den an sozialen Systemen Mitwirkenden als auch die Probleme der Kommunikation und Interaktion untersucht (vgl. Pask/von Foerster 1961), Humberto Maturana, der den biologischen Konstruktivismus begründet und mit Francisco Varela den Begriff der Autopoiese kreiert (Maturana/Varela 1975), der inzwischen zu einem der kreativsten Termini des selbstreferentiellen Denkens in den unterschiedlichsten Wissenschaften geworden ist. Die Arbeiten des BCL erstreckten sich auf folgende Gebiete: Kybernetik, Wahrnehmung, Kognition, Lernen, Gedächtnis, Allgemeine Systemtheorie, Regelungstheorie und Regelungstechnik, biologische und soziale Systeme, transklassische mehrwertige Logik, Informationstechnik, Automatentheorie, Philosophie, Linguistik, Bewegungsnotation, Erforschung beobachtender Systeme (= Kybernetik 2. Ordnung oder cybernetics of cybernetics). Im BCL gelingt es Heinz von Foerster, eine Brücke zu schlagen zwischen den Naturwissenschaften, den scheinbar so erfolgreichen 'hard sciences', die sich jedoch mit den 'soft problems' beschäftigen und den Sozialwissenschaften, den 'soft sciences', die nach seiner Meinung jedoch härter kämpfen müssen, da sie es mit den 'hard problems' zu tun haben (vgl. von Foerster 1993: 337). Die Ergebnisse der Arbeiten am BCL schlagen sich auf 14.000 Druckseiten nieder (vgl. Köck 1985: X).

Der erste große Höhepunkt im Schaffen des Heinz von Foerster ist sein Aufsatz über Selbstorganisation (1960). Dieser Aufsatz ist für mich unter seinen vielen innovativen Arbeiten der mutigste, denn er rückt erstmalig all den Paradoxien und Problemen der Selbstreferenz, die das abendländische Denken immer gequält und gestört haben, beherzt zu Leibe. Außerdem zählt er für mich zum Amüsantesten, was naturwissenschaftliche Textsorten überhaupt zu bieten haben.

Bernard Scott (1993: 12) versucht die Quintessenz dieses kurzen Aufsatzes folgendermaßen zu fassen: "Der Beobachter muß sich dem selbst-organisierenden System selbständig anpassen: jede Beschreibung des Systems wird zu einer potentiell unendlichen Folge von beobachterbezogenen Rechenprozessen, deren jeder seinen Vorgänger zum Argument nimmt und diesen so in einem größeren Bezugssystem interpretiert (- der Zustandsraum wächst, neue Verhaltenskategorien werden unterschieden)."

In seiner mittleren Schaffensperiode beschäftigt sich Heinz von Foerster mit Wahrnehmung, Gedächtnis und Lernen und zeigt, dass diese notwendige Aspekte aller Kognition sind (vgl. von Foerster 1969). Noch hat er seine radikale Theorie des Beobachters nicht ausformuliert. Pask und von Foerster scheinen sich nicht zu trauen, alle hergebrachten Paradigmen der Wissenschaft endgültig über Bord zu werfen. Erst die Einflüsse des Biologen Humberto Maturana und des Mathematikers Lars Löfgren, die damals am BCL arbeiteten, bringen den Durchbruch. Maturanas Entwurf (1970) des Beobachters ist vollständig reflexiv. "Von grundlegender Bedeutung ist Maturanas Erkenntnis, dass die zirkuläre (selbst-referentielle) Organisation des lebenden Systems dessen einziges invariantes definierendes Merkmal ist. Der kognitive Bereich des Symbolgebrauchs und der Beschreibung entsteht im Nexus kooperativer und konfliktärer sozialer Interaktionen zwischen solchen lebenden Systemen. Das 'Ich' entsteht zusammen mit anderen Beschreibungen der Ontogenese wie in der Phylogenese...Löfgrens Beitrag (1968) bestand in dem formalen Nachweis, daß selbstreferentielle Theorien als widerspruchsfreie axiomatische Systeme konstruiert werden können" (Scott 1993: 14). Ein weiterer Anstoß sind die 'Laws of Form' von Spencer Brown (1969), deren bahnbrechende Bedeutung Heinz von Foerster bereits im Erscheinungsjahr erkennt (von Foerster 1969a).

1970 formuliert Heinz von Foerster seine reflexive Theorie der Kognition in: 'Thougths and Notes on Cognition'. Gordon Pask veröffentlicht 1972 seine Konversationstheorie, die ein neues Pardigma für die Psychologie darstellt (vgl auch Pask 1976).

Der Beobachter ist installiert. "Der Beobachter ist eine per Unterscheiden errechnete, Unterscheidungen verwendende, rekursiv geschlossene Wirklichkeitserrechnungsmaschine, die sich selbst die Vorstellung der Unterscheidbarkeit von Beobachter und Beobachtetem (z.B. Welt oder Gesellschaft) erzeugt. Er muß so tun als ob er zwischen Selbst- und Fremdreferenz unterscheiden könne, aber diese Unterscheidung bleibt selbstverständlich ein ausschließlich internes Konstrukt. Aller Beobachtung liegt diese Unterscheidung zugrunde... Er [der Beobachter] ist 'nur' imstande, via Beobachtung eine Wirklichkeit zu erzeugen, deren Tauglichkeit (ehemals: Wahrheit, Richtigkeit, Kongruenz, Korrespondenz, Kohärenz etc.) er wiederum nicht an der Realität messen kann", fasst Theodor M. Bardmann (1994: 301) diese Theorie zusammen, die Heinz von Foerster zwischen 1970 und 1976 ausformuliert hatte. Bis heute zu gilt diese Theorie als 'anstößig', oftmals verstört sie die Wissenschaftler und dennoch ist sie dabei, die Wissenschaft radikal zu verändern. Aber wen wundert's? Hatte nicht Heinz von Foerster schon 1960 als einen Schlüssel zum Verstehen selbst-organisierender Systeme das Prinzip "Ordnung durch Störung" eingeführt? "In meinem Gasthaus ernähren sich daher selbst-organisierende Systeme nicht nur durch Ordnung, für sie stehen auch Störungen auf der Speisekarte" (von Foerster 1993: 225).

Dass diese auf hohem Niveau ausgearbeiteten Abstraktionskunststücke des Zaubermeisters Heinz von Foerster eine ungemein praktische Relevanz haben, wird in dem Vortrag 'On Constructing a Reality' (1973) nur allzu deutlich. Die Veröffentlichung dieses Vortrages trug ihm übrigens den Namen eines Konstruktivisten ein. Etwas, worüber sich der ent-fachte Denker Heinz von Foerster, dem jede Art von 'Ismus', also auch der Konstruktivismus fremd ist, heute noch köstlich amüsiert. Wie praktisch diese Wissenschaft des Heinz von Foerster werden kann, soll folgendes Textbeispiel aus dem oben erwähnten Vortrag belegen:

"Das Nervensystem ist so organisiert (bzw. organisiert sich selbst so), daß es eine stabile Realität errechnet."

"Dieses Postulat fordert 'Autonomie', das heißt 'Selbst-Regelung' für den lebenden Organismus. da die semantische Struktur von Substantiven mit dem Präfix 'selbst-' transparenter wird, wenn dieses Präfix durch eine Substantiv ersetzt wird, wird der Ausdruck 'Autonomie' synonym mit dem Ausdruck 'Regelung der Regelung'. Und genau dies leistet der doppelt geschlossene, rekursiv rechnende Torus. Er regelt seine eigene Regelung"

Bedeutung: "Es mag in einer Zeit wie der unseren seltsam anmuten, Autonomie zu fordern, denn Autonomie bedeutet Verantwortung. Wenn ich selbst der einzige bin, der entscheidet, wie ich handele, dann bin ich für meine Handlungen verantwortlich. Da die Regel eines der heute populärsten Spiele, das man heute spielt, darin besteht, jemand anderen für meine Handlungen verantwortlich zu machen - der Name dieses Spiels lautet 'Heteronomie' - führen meine Überlegungen, soweit ich sehe, zu einer höchst unpopulären Auffassung" (von Foerster 1993: 47), und weiter: "Wirklichkeit=Gemeinschaft".

Was folgt aus all dem für Ethik und Ästhetik? Der ästhetische Imperativ: Willst du erkennen, lerne zu handeln. Der ethische Imperativ: Handele stets so, daß die Anzahl der Möglichkeiten wächst. So konstruieren wir aus unserer Wirklichkeit in Zusammenwirkung unsere Wirklichkeit" (von Foerster 1993: 49).

Als ent-fachter und verantwortlicher Beobachter hat Heinz von Foerster häufig ganz praktische Probleme wahrgenommen und mit-wirkend gestaltet. So äußert er sich zur Computerarchitektur (vgl. z.B. u.a. 1973a; 1980), zum Informationsmanagement (vgl. z.B. u.a. 1965; 1980a), zum Management im besonderen (1984a), zu Bildungsfragen (vgl. z.B. u.a. 1972; 1982), zur Therapie (vgl. z.B. u.a. 1987, 1987a, 1988). In vielen Aufsätzen und Vorträgen hat er seinen ethischen Standpunkt dargestellt, der den Kern aller kybernetischen Praxis ausmacht (vgl. z.B. u.a. 1972, 1973, 1974, 1984, 1991, 1993, 1993a).

Heute lebt Heinz von Foerster in Pescadero, Kalifornien am Pazifischen Ozean in der Nachbarschaft von Paul Watzlawick, einem anderen Österreicher, der ebenfalls ein vielseitiger Beobachter und großer Anreger ist. 1981 hat Paul Watzlawick in seinem Buch 'Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben' mit Beiträgen zum Konstruktivismus Heinz von Foerster im deutschen Sprachraum aufs Neue bekannt gemacht. Nach 32 Jahren kehrte Heinz von Foerster mit dem Aufsatz 'Das Konstruieren einer Wirklichkeit' aus einer 'Neuen Welt' wieder in eine 'Alte Welt' zurück.

Als ich 1981 diesen Aufsatz las, bekam ich zum ersten Mal eine Ahnung von meinen eigenen Denkvorgängen. Ich ahnte jedoch nicht, dass diese Gedanken mein eigenes Denken und praktisches Handeln radikal verändern würden. Heute weiß ich es, denn in meinem Denken konstruiere ich meine eigenen Wirklichkeiten.

Inzwischen beobachte ich, wie sich das Denken des Heinz von Foerster in vielen Fachgebieten im deutschen Sprachraum niederschlägt, die Disziplinen miteinander vernetzt und ganz allmählich die starren Grenzen der Fächer sprengt, was nach-wirkende Konsequenzen für das Handeln in den unterschiedlichsten Wirklichkeitsbereichen hat. In den letzten Jahren reist Heinz von Foerster häufig selbst nach Europa und begeistert als engagierter Vortragender, als stets wacher Gesprächspartner und vor allem aber als ent-fachter und ent-fachender Beobachter.

Ich möchte schließen, indem ich den Geschichtenerzähler Heinz von Foerster noch ein letztes Mal zu Wort kommen lasse.

Die Geschichte vom achtzehnten Kamel.

Ein Mullah ritt auf seinem Kamel nach Medina; unterwegs sah er eine Herde von Kamelen; daneben standen drei junge Männer, die offenbar sehr traurig waren.

'Was ist euch geschehen, Freunde?' fragte er, und der älteste antwortete: 'Unser Vater ist gestorben.'

'Allah möge ihn segnen. Das tut mir leid für euch. Aber er hat euch doch sicherlich etwas hinterlassen?'

'Ja', antwortete der junge Mann, 'diese siebzehn Kamele. Das ist alles, was er hatte.

'Dann seid doch fröhlich! Was bedrückt euch denn noch?'

'Es ist nämlich so', fuhr der älteste Bruder fort, 'sein letzte Wille war, daß ich die Hälfte seines Besitzes bekomme, mein jüngerer Bruder ein Drittel und der jüngste ein Neuntel. Wir haben schon alles versucht, um die Kamele aufzuteilen, aber es geht einfach nicht.'

'Ist das alles, was euch bekümmert, meine Freunde?' fragte der Mullah. 'Nun, dann nehmt für einen Augenblick mein Kamel, und laßt uns sehen, was passiert.'

Von den achtzehn Kamelen bekam jetzt der älteste Bruder die Hälfte, also neun Kamele; neun blieben übrig. Der mittlere Bruder bekam ein Drittel der achtzehn Kamele, also sechs, jetzt waren noch drei übrig. Und weil der jüngste Bruder ein Neuntel der Kamele bekommen sollte, also zwei, blieb ein Kamel übrig. Es war das Kamel des Mullah; er stieg wieder auf und ritt weiter und winkte den glücklichen Brüdern zum Abschied lachend zu" (Segal 1986: 9).

Zu dieser Geschichte meint Heinz von Foerster: "So wie das achtzehnte Kamel, so braucht man Wirklichkeit als eine Krücke, die man wegwirft, wenn man sich über alles klar ist."


Literatur

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Veröffentlichungsdatum: 27. November 2001


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